Learn to fly

Traum. Vision. Wirklichkeit. Wie komme ich ins Handeln? Wie wird aus meiner Idee ein Konzept? Mehr noch, ein Projekt? Und wie erfüllt es sich in der Realität? Wird vielleicht sogar ein Neuanfang? Oder ein neuer Job? Eine Karriere? Meine Antwort, kennt ihr ja, wenn ihr öfter auf meinem Blog seid: durch Bewegung!

Tanzen und Schreiben sind meine Methoden. Die ich liebe und hilfreich finde. Beides kraftvolle Mittel. Bewegter Körper, bewegter Geist. So ähnlich seit der Antike bekannt. Für viele ist Tanzen aber leider nichts. Meist, weil sie sich nicht trauen, was schade ist. Hier rate ich: Bleibt mit etwas anderem, was euch Spaß macht, in Bewegung. Hauptsache, ihr bleibt nicht stehen: Wandern, Yoga, Schwimmen … oder Joggen, mit einer Lieblings-Playlist ist das fast wie Tanzen.

Bewegung hilft eurer Schöpferkraft. Den ganzen Tag am Schreibtisch rumsitzen weniger. Und am wenigsten dem Schreiben selbst. Was mein zweites Werkzeug ist, um Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Und weil auch hierbei, ähnlich wie beim Tanzen, nicht jeder frei zu Stift und Papier greift. Oder einfach so in die Tasten seines Laptops haut und dann automatisch in einen kreativen Fluss kommt, habe ich einen Tipp.

In einer Entwicklungsphase schreibe ich oft direkt nach dem Aufstehen, wenn der Kopf schön unbeteiligt ist und den stream of (un)consciousness – je nach Wachheitsgrad – noch nicht stört, ich brauche morgens nämlich meine Zeit zum Wachwerden. Deshalb ist das für mich perfekt und die Worte dürfen unzensiert fließen. Für den späteren Tageslauf habe ich dann ein kleines Büchlein bei mir, um Einfälle zu notieren, sobald sie kommen. Denn die kommen, sobald man sich in diesen Prozess begibt, über den Tag verteilt. Auch noch kurz vorm Einschlafen. Oder im Traum. Für manche mag ein Notizbuch oldschool erscheinen, doch ich benutze es gern, weil ich daran glaube, dass sich Geschriebenes schneller manifestiert.

Wer nicht ganz so frei wie ich arbeiten kann und mehr Hilfe dabei braucht, seinem Projekt Leben einzuhauchen, für den haben Susanne Kretschmann und Peter Krampitz ein tolles Tool entwickelt: „Das Projekt-Tagebuch“. Es hilft Struktur in die eigenen Träume, Aufschriebe und Konzepte zu bringen. Das Buch leitet genau an, wie man beispielsweise mit nur zehn Minuten täglich seiner Idee auf die Sprünge hilft. Die Fragen: Wie priorisiere ich Aufgaben, Ressourcen oder Budget, werden praktisch beantwortet. Egal welches Ziel das eigene Projekt hat: Karriere, Diät, Weiterbildung, Weltreise?

Mit Visualisierung und Hypnose funktioniert die Methode immer gleich. Und bei (Schreib)Blockaden und inneren Hindernissen gibt es von den Autoren einen Impuls zurück ins Thema, so dass wirklich jeder die Chance bekommt, aus seinen Talenten zu schöpfen und sein Projekt dieses Mal wirklich zu einem Abschluss zu bringen.

Susanne Kretschmann, Peter Krampitz: Das Projekt-Tagebuchmit Hypnose-Anleitung als Audio-Datei

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Aufräumen ohne Marie Kondo

„Some girls, some girls are only about
That thing, that thing, that thing
That thing, that thing, that thing“

Aufräumen. Aussortieren. Abschiednehmen. Von Dingen. Von Menschen. Momentan ist bei mir Großputz angesagt. Allerdings ohne Marie Kondo. Ich mach‘ das mit Lauryn Hill. Ganz laut. Läuft für mich einfach besser.

That thing, that thing, that thiiiiing … kann weg … Danke …

Ausgemistet habe ich: Mehrere Ikea Taschen mit Klamotten, Kleinmöbel, Bücher … aber auch Glaubenssätze, Kontakte … und einen Job.

Jetzt ist wieder Platz.

Genau richtig, weil für mich mit dem Frühling ein neues Jahr beginnt. Und nicht schon zu Silvester. Da habe ich nie dieses Alles-Neu-Gefühl. Wie im Moment …

„Everything is everything
What is meant to be, will be
After winter, must come spring
Change, it comes eventually“

#FridaysForFuture

But Friday never hesitate …

Am 15. März demonstrieren Schülerinnen und Schüler weltweit für Klimaschutz und eine bessere Welt. Der Protest #FridaysForFuture der schwedischen Schülerin Greta Thunberg ist zu einer globalen Bewegung gewachsen: #GlobalStrikeForFuture. Mehr als 1650 Städte in 105 Ländern nehmen inzwischen an der Aktion teil.

Die ersten Demos starten in Neuseeland, die letzten in Alaska und Hawaii. In Deutschland protestieren Schülerinnen und Schüler an 200 Orten. Ziel der Bewegung ist es, die Regierungen zu zwingen, endlich „ihre Hausaufgaben zu machen“ und Klimaschutz ganz nach oben auf die Agenda zu setzen.

Greta Thunberg, übrigens für den Nobelpreis nominiert, twitterte, dass sie sich auch über die Unterstützung von Erwachsenen freut … Also ihr Lieben, fasst euch ein Herz, macht blau und geht demonstrieren. Zeigt Solidarität. (Nicht nur) Freitags dreht sich die Welt nämlich um die Zukunft von uns allen.

Tanzen ist immer

Seit Januar gebe ich meinen ersten Kurs in heilpädagogischem Tanz. Gemeinsam mit meiner Seniorengruppe – zehn Tänzer und Tänzerinnen – gehe ich einmal die Woche auf musikalische Zeitreise: „Gutgelaunt in den Tag. Bewegung zu Lieblingsliedern.“

Ich habe den Eindruck und das Gefühl, dass wir alle diese wöchentliche gemeinsame Bewegungszeit genießen; ich sehe die Entwicklung, die sowohl jeder Teilnehmer individuell – mich als Anleiterin eingeschlossen – als auch wir als Gruppe jede Woche machen, voller Freude und Dankbarkeit. Es wird mir so viel Liebe und Wertschätzung von meinen Tänzern entgegen gebracht. Und auch ich habe sie schnell in mein Herz geschlossen.

Ich bin mit Herz bei diesem Kurs dabei. Danke, mein Leben, dass ich vor zwei Jahren meinen Weg ins Tanztherapie Zentrum Berlin gefunden und eine Ausbildung in heilpädagogischem Tanz begonnen habe. Danke, mein Leben, für diesen wunderbaren ersten Kurs.

Tanzen ist immer … Can you feel it?

Don’t kill my vibe

„All of us gained from the fact that there was a women’s movement. It’s how are we moving forward, keeping our autonomy, but realizing also that we better find our way to each other. We need each other, because we are all on this planet and we are all in trouble right now.“ Margaret Prescod

„Feminists: What Were They Thinking?“ von Johanna Demetrakas (netflix) ist eine Doku, die ich gerne empfehle. Sie zeigt, warum Feminismus heute genauso gebraucht wird wie in den 70ern, und dass Feminismus nichts mit Männerhass zu tun hat – schwer zu glauben, dass man das 2019 immer noch dazusagen muss.

Wir brauchen feministisches Handeln, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. In Demetrakas Film sprechen Jane Fonda, Lily Tomlin, Judy Chicago, Laurie Anderson und prominente Wegbereiterinnen über Veränderung, Gleichberechtigung, weibliche und männliche Identität, Rassismus, aber auch Abtreibung, Kindheit und Muttersein.

Für mich ist Feminismus Gleichwertigkeit, nicht Gleichsein. Eine Frau ist eine Frau, ein Mann ein Mann, usw. Mit Liebe für das Anderssein der Geschlechter, die ebenbürtig sind – schönes altmodisches Wort, heißt: von Geburt an gleich und das ist es im Prinzip für mich; die basale Bedeutung deckt sich mit dem Inhalt.

Und: Feminismus feiert die Freude am Leben und den Respekt für alle Lebewesen, weshalb ich keine Tiere esse.

 

F-Wörter

© Deutsche Welthungerhilfe
So macht die deutsche Welthungerhilfe auf sich aufmerksam

Situationen, in denen ich denke: „Die Welt ist manchmal ein gewöhnungsbedürftiger Ort.“ Zum Beispiel: Wenn ich im Kindermuseum im Prenzlauer Berg dieses Plakat sehe. Ein Spendenaufruf der Deutschen Welthungerhilfe e.V.

Bei dem Anblick wird doch sofort klar: Wasser ist kostbar … oder nicht? Was rege ich mich also auf? Und weil Wasser kostbar ist, muss es teuer bezahlt werden, sagt zum Beispiel auch Nestlé, besonders in Richtung Afrika!

Danke also, Welthungerhilfe, dass ihr die Ungerechtigkeiten dieser Welt anprangert.

Und ihr wisst: Das funktioniert mit einem Plakat mit sexualisiertem Motiv schon seit der Steinzeit. USP. Und es rüttelt zudem auch richtig auf. So ein Foto, das ein junges Mädchen zum Objekt degradiert. Eines, das minderjährig aussieht. Und nackt. Das Budget für diese Kampagne, wo  „Kreative“ beneidenswert „kreativ“ waren … bestimmt eine super Investition.

Ok. Ernsthaft: War denn niemand in EINEM EINZIGEN VON WAHRSCHEINLICH UNZÄHLIGEN MEETINGS … mit – sagen wir mal – Augen im Kopf? Das hätte ausgereicht, um das Motiv als mindestens fragwürdig zu sehen. Das große F- Wort bringe ich jetzt: Feminismus. Yay!

Das andere F erfüllt dieses Plakat: Fuck! Wasserknappheit. Und Hunger. Und Hilfe. Und Afrika. Sexualisierte Werbung? First World Problem. Da bitte ich meine innere Emma doch schnell die Klappe zu halten. Schschsch. Still. Jetzt. Wie Wasser. Eine Frage habe ich trotzdem: Wer soll eigentlich die Zielgruppe sein?

„But I’ve drawn the conclusion, it’s all an illusion
Confusion’s the name of the game
A misconception, a mass deception,
Something gotta change
Now don’t be offended this is all my opinion
Ain’t nothing that I’m saying law
This is a true confession
Of a life learned lesson
I was sent here to share with y’all
So get in when you fit in
Go on and shine
Clear your mind
Now’s the time“ (India.Arie, Video)